Renaissancegarten Lackenbach

Erbaut in den Jahren 1548 bis 1552 bildete Schloss Lackenbach, gelegen im heutigen Mittelburgenland, einst das wohnliche Gegenstück zur Höhenburg Landsee. Seit 1621 gehörten beide zum Esterhazy-Besitz. Baulich ist Lackenbach als Wasserschloss angelegt, mit einem vierflügeligen Inneren Schloss und einem dreiflügeligen Außenbau. Aus der Ursprungszeit sind noch schöne Laubenarkaden und der einstige Festsaalbereich („Granarium“) erhalten, vieles andere hingegen wurde abgetragen oder fiel einem Brand zum Opfer.

Als Juwel der historischen Anlage gilt der 22 Hektar große Park um das Schloss. Gegliedert ist er in einen „Hofgarten“ (Zier- und Gemüsegarten) und in einen „Tendlgarten“ (Dammhirschgehege). Stiche und Gemälde des 17. Jahrhunderts geben einen Eindruck davon, wie die Gebäude in das weitläufige Gartenareal eingebettet waren.

Sein Renaissancekonzept der symmetrischen, harmonischen Gliederung ist noch gut spürbar. Es zeigt sich in den Flurlinien (Alleen, Hecken, Wassergräben, Wegen), den umlaufenden Mauern und in der Anordnung der Bäume in den Streuobstgärten. Ein typisches Renaissanceelement ist auch der im Hofgarten gelegene, von einem breiten Wassergraben umgebene „Königshügel“. Er diente als Aussichtspunkt, möglicherweise auch zur Hasenzucht. Motivisch speist sich die eigentümliche Garteninsel wahrscheinlich aus dem Roman Hypnerotomachia Poliphili von Francesco Colonna (Venedig 1499). Die Beschreibungen und Illustrationen des einst viel gelesenen und bis heute berühmten Romans inspirierten ab 1546 zahlreiche Gartengestaltungen.