Geschichte des Schlossparks

"Ich baute in Eisenstadt, ohne gewusst zu haben, für wen, einen Garten an, durch Gottes Fügung für Dich. Es blühen jetzt Rosen und sonstige Blumen. Ich wollte, Du kämest bald sie zu pflücken."

Mit dieser Liebeserklärung des Grafen Nikolaus Esterházy an seine junge Frau Krisztina Nyári beginnt im Jahre 1624 die Geschichte des Schlossgartens in Eisenstadt als gartenkünstlerisch gestaltete Anlage. Später ließ Graf Paul Esterházy die Burg in frühbarocker Manier umbauen und einen ornamentalen Ziergarten anlegen. Daneben existierten noch ein Küchen-, Obst- und Arzneipflanzengarten. Ab dem Jahre 1682 wurde der Garten erweitert und in "italienischer Manier" (= Renaissancegarten) umgestaltet. Es wurden Brunnen angelegt und Statuen antiker und alttestamentlicher Frauengestalt aufgestellt. Im Auftrag von Fürst Paul II. Anton Esterházy entwarf 1754 der lothringische Gartenarchitekt Louis Gervais einen Rokokogarten mit Parterres und verschiedenen "jardins secrets", der aber nur in etwas vereinfachter Version umgesetzt wurde.

Unter Fürst Nikolaus II. wurde ab 1797, dem geänderten Zeitgeschmack folgend, die Umgestaltung in die heutige Form, einem englischen Landschaftsgarten, begonnen. Durch umfangreiche Grunderwerbungen wurde der Park auf die heutige Größe von ungefähr 45 Hektar mehr als verdoppelt. Zuerst unter dem fürstlichen Obergärtner Matthias Pölt, dann unter der Oberaufsicht des auch für den klassizistischen Schlossumbau verantwortlichen Pariser Architekten Charles de Moreau entstand eine ausgedehnte Gartenlandschaft mit Teichen und Wasserläufen, abwechselnd mit kleineren oder größeren Gehölzgruppen in weiten Wiesenflächen gruppiert. Diese künstliche Landschaft wurde von geschwungenen Wegen durchzogen, welche dem Spaziergänger durch schöne Aussichten, den Anblick exotischer Gehölze und malerischer Gartenbauwerke das sublime Erleben einer „natürlich“ gestalteten Natur ermöglichte.