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Herbstgold-Skulptur

Degustation



Auf dem weitläufigen Vorfeld des Weinguts steht, neben einem Marillenbaum und umgeben von Rebzeilen, ein konisches Metallgestell, auf dem eine dunkle Steinplatte steht. Die Platte ähnelt in der Form einer Regenwolke, zeigt sich aus der Nähe aber als eine Gruppe von schematischen Gesichtern. Obwohl deren Augenöffnungen durch die Platte reichen, unterscheidet sich die Mimik der Köpfe auf beiden Plattenseiten stark.


Das Werk wurde von der ungarischen Künstlerin Sári Ember (*1985) anlässlich des Herbstgold-Festivals 2019 geschaffen, das dem Motto „Grenzen“ gewidmet war. Während in der Meteorologie Wolken nach Form und Höhe klassifiziert werden, erschuf die Künstlerin hier eine ganz eigene Gattung. Es ist kein luftiger Cirrus oder harmloser Cumulus, sondern eine undurchdringliche, tiefhängende Wolke aus steinernen Individuen, die als kollektives Wesen über der Landschaft zu schweben scheint. Auch das ständige Spiel von Licht und Schatten, das für den Himmel über einer Weinlandschaft so typisch ist, wird von ihr konterkariert; denn normalerweise bilden Wolken und Sonnenlicht am Himmel ein Bild, das einem ‚edlen Tropfen‘ gleicht – eine stetig sich wandelnde Komposition von Transparenz und Tiefe.

Ganz anders hingegen sind Grenzen: Sie sind scheinbar fest, haben aber immer zwei Seiten. Sie halten zusammen und schließen das Andere aus, sie erzeugen gleichzeitig ein Innen und Außen.