Ich bin müde vom Wandern: Wandschrift im Restaurant Henrici (Siggi Hofer)

20 Buchstaben (Holz, Lack) á 23cm x 23cm x 3,5cm.
1 Buchstabe (MDF, LACK) 38,5 x 40 x 1,5 cm.
Siggi Hofer, 2014

Ich bin müde vom Wandern Wandschrift

Einundzwanzig Buchstabenobjekte umlagern die historische Brunnennische im Restaurant. Für Momente fügen sich zu einzelnen Worten, zu einem Satz, und im nächsten Moment perlen sie wieder luftig auseinander.

Für seine Schriftbilder verwebt Siggi Hofer meist Sätze aus gegensätzlichen Bereichen miteinander und konstruiert sie hin zu seiner eigenartigen Poesie. Die Sätze bestehen nicht nur aus Wortlauten und deren möglichem Sinn, sondern ebenso aus Darstellung. Bemalt sind die Buchstaben in Pastelltönen. Das helle Holz verrät ihr leichtes Gewicht. Schwarze und weiße Akzente sowie spannungsvolle Worttrennungen erzeugen Verunklärungen der Lesbarkeit. Einmal wird Dreidimensionalität malerisch vorgetäuscht, ein andermal übersteigert. Die Verspieltheit der Installation steht damit in seltsamen Gegensatz zum Inhalt des Satzes. Aber die Betrachter entscheiden ohnehin je für sich, wie dramatisch oder nüchtern sie ihn interpretieren möchten. Die Bedeutung verbleibt in einem anhaltenden Flirren.
Ähnlich wortspielerisch ist auch der Name des Restaurants: Die Hofstallungsgebäude von Schloss Esterházy wurden von 1793 bis 1804 nach Plänen des bayrischen Architekten und Bildhauers Benedikt Hainrizi (1746-1799) erbaut. In den Dokumenten des fürstlichen Archives wurde Hainrizi von den Beamten der fürstlichen Verwaltung italianisierend „Henrici“ genannt. Dieser Zuschreibung entsprechend heißt heute das Restaurant in den Hofstallungen „Henrici“.

»Früh am Morgen, Augen auf, hellwach, WE WORK HARD, Vorbereitungen, wie Demonstrationsvorbereitungen, bis man abends wieder todmüde ins Bett fällt.«

Siggi Hofer, 2015

Siggi Hofer, *1970 in Brunio, Italien, studierte an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Auszeichnungen (Auswahl): International Studio and Curatorial Program, New York (2015), Kunstpreis der Stadt Innsbruck (2012), Otto-Mauer-Preis, Wien (2009).