Schloss Esterházy

Labor Bestiarium Wunderkammer

Die zeitgenössische Jahresausstellung „Labor Bestiarium Wunderkammer“ in Schloss Esterházy beleuchtet die barocke Kunstkammer der Fürsten Esterházy.

Barocke „Kunst- und Wunderkammern“ gelten heute als eine Frühform unserer Museen, aber diese Zuordnung ist irreführend. Während in heutigen Museen die Dinge vereinzelt gezeigt werden, hing in einer Kunstkammer alles mit allem zusammen. Die Quintessenz einer Kunstkammer sind nicht einzelne Kostbarkeiten, sondern ein kunstvoll gefüllter Raum. Die stimmige Anordnung in einem Schrank kann das Abbild der ganzen Welt sein.

Ihr spezifisches Raumgefüge ist der eigentliche Grund, warum die Kunstkammer der Fürsten Esterházy, seit 1696 auf Burg Forchtenstein, ein ganz besonderer Schatz ist: Sie gilt als die einzige an ihrem ursprünglichen Standort erhaltene und sowohl mit den originalen Sammlungsschränken als auch mit einem Großteil der historischen Kostbarkeiten und Kuriositäten bestückte Kunst- und Wunderkammer Europas.

Die Jahresausstellung 2019, „Labor Bestiarium Wunderkammer“, im Weißen Saal von Schloss Esterházy beleuchtete dieses besondere „Weltbild“ mit verwandten Positionen der zeitgenössischen Kunst.

Thomas FEUERSTEIN zeigt in einer historischen Schrankvitrine futuristische Zucker-Skulpturen, deren Material mittels eines bio-chemischen Verfahrens aus Papier bzw. Büchern gewonnen wurde.

Michael HUEY beschäftigt sich mit der entrückten Welt der Archive. Für die Ausstellung hat er aus Tischobjekten der Sammlung, eigenen Fotoarbeiten und einer farbprächtigen Wandmalerei eine Rauminstallation gestaltet, die an historische Weltkarten erinnert.


Michael Huey
Michael Huey im Schloss Esterházy © Birgit Machtinger

Yvonne ROEB umkreist mit ihren Skulpturen den unheimlichen Aspekt einer Kunstkammer: das Bestiarium. Das Gestell, das ihre Dämonen zugleich ausstellt und bändigt, wurde von ihr eigens für die Ausstellung entworfen.

Yvonne Roeb
Yvonne Roeb im Schloss Esterházy © Birgit Machtinger